Titel

Der in Meiningen geborene Künstler mit bulgarischen Wurzeln trat am 20.4.2023 zum zweiten Mal in der Schulzendorfer Kulturreihe auf und präsentierte ein außergewöhnliches Spektrum an Klängen die er als Obertongesang, mit herkömmlichen Panflöten, Perkussionsinstrumenten und einem Didgeridoo vortrug.


Die Erläuterungen des Künstlers erleichterten den Zuhörern den Zugang zu mitunter ungewohnten klanglichen Ausdrucksmitteln, die den besagten Gesang mit dem Einsatz der Instrumente verbanden.


Die ursprünglich aus dem nordasiatischen Kulturkreis stammende Kunst des Obertongesangs hat eine dem Kehlgesang ähnliche Klangfarbe, basiert jedoch auf einer anderen Gesangstechnik, die sich vor allen seit den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts auch in der westlichen Welt verbreitet hat. Sie erfordert nicht nur eine besondere physische Einstimmung der Stimmwerkzeuge, sondern auch die Herstellung einer auf den Vokaltongesang gerichteten geistigen Balance des Vortragenden.


Emotional assoziiert der aufgeschlossene Zuhörer diese Form der Musik mit dem Eintauchen in den Zauber einer Natur, die ihre Ursprünglichkeit bewahrt hat, mitunter auch in die Klangwelt von Kulturen, denen ein natürliches Verhältnis zu ihrer Umwelt noch nicht abhandengekommen ist.


Insofern passte auch Johann Sebastian Bachs „Air“ aus der 3. Orchestersuite, vorgetragen auf der Panflöte, zum Programm des Künstlers. Immerhin beschreibt das Stück nach dem Urteil des dänischen Cembalisten L.U. Mortensen „eine Schönheit, die wir heute nicht mehr sehen“. So gesehen ordnet sich auch dieses Konzert in die Vielfalt der musikalischen Darbietungen unserer beliebten Kulturreihe ein.

Manfred Hentrich

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