Ungewöhnliche Gitarrenmusik – Geordie Little

Geordie Little begeisterte mit seinem etwas ungewöhnlichen Gitarrenspiel das Publikum in der gut gefüllten Patronatskirche am 07.10.2021.

In Australien geboren, zog es ihn 2011 mit 3 Kumpels nach Berlin, um Urlaub zu machen. Nur er blieb und schlug sich zunächst als Straßenmusiker v.a. am U-Bahnhof Warschauer Straße durch. (Saß er deshalb barfuß auf der Bühne, um an seine Wurzeln zu erinnern?). Er merkte schnell, dass die Leute stehen blieben, wenn er seine Gitarre nicht wie üblich hielt und spielte, sondern sie auf den Knien balancierte und zusätzlich als Rhythmus-Trommel benutzte. Das erforderte auch, aus einem percussiven „Fingerstyle“ mit seinem eigenen „Lapstyle“ völlig neue Gitarrenmusik zu schreiben (oder zu komponieren? – Was ist richtig – das fragte er sich und das Publikum auch an diesem Abend.)


Überhaupt plauderte er locker und humorvoll in gutem Hochdeutsch „wie ihm der Schnabel gewachsen ist“, erzählte zu jedem Stück, wer ihn dazu inspirierte (u.a. seine Frau, seine Mutter, eine Obdachlose am U-Bahnhof, ein Straßenfeger-Verkäufer in der U-Bahn, eine fremde Stadt (Mailand) oder ein fremdes Land (Brasilien).

Er ist weltweit unterwegs, auch mit seinem Zirkus, der in Großbritannien beheimatet ist und mit einer Mischung aus Theater, Akrobatik und Musik um die Welt tourt.

Natürlich hat Corona auch hier zugeschlagen, seit 2 Jahren hatte er nun in der Patronatskirche sein 1. Konzert und hofft, dass es mit seinem Zirkus auch wieder losgehen kann.


Geordie Little hat mit seiner Flamenco-Gitarre Crossover, in der ein Mikrophon eingebaut ist, an diesem Abend sein Publikum mit rhythmisch prägnanten, kurzen Motiven sowie auch verträumten, lyrischen Sequenzen gut unterhalten, die meistens sogar in einem Stück verarbeitet sind. Viele Arpeggien und Fingerpiggins sorgten für ungewöhnliche Harmonien und visuell bezaubernde Klangwelten.


In der Pause und nach dem Konzert musste er noch viele Fragen u.a. zu seiner Spielweise und seiner Gitarre beantworten. Wir wünschen ihm einen guten Neustart nach Corona.


Marlis Krägel