Titel

Nein, das gibt‘s doch nicht! – so ging es wohl fast jedem Zuhörer an diesem 22.02.2024, der in diese musikalisch-literarische Veranstaltung gekommen war. Die rund 100jährigen Texte nicht nur aktuell, sondern brandaktuell überraschten alle, ob es nun über die bedrückende politische Entwicklung hin zum nächsten Krieg, Judenhass, über Beamte und Ortskrankenkassen oder auch nur über die Typen von Eltern und deren verschiedene Erziehungsmethoden ging.


Tucholsky verbindet man normalerweise mit „Rheinsberg…“, „Schloss Gripsholm“ oder lustig-frechen Gedichten. Die für diesen Abend ausgesuchten Texte zeigten -wie sein Freund Erich Kästner sagte: den politisch engagierten Dichter – Ignaz Wrobel, Peter Panter, Theobald Tiger, Kaspar Hauser und Kurt Tucholsky in einer Person, der mit seiner Schreibmaschine gegen den drohenden Weltkrieg anschrieb und verlor.


Antje Schneider, die mit ihrem Mann Prof Martin Schneider mehr als 60 Programme über Künstler entwickelte, konnten wir bereits mehrfach mit ihrer charmanten Art als Sprecherin in der Patronatskirche erleben.

An ihrer Seite war auch diesmal die Pianistin Angela Maria Stoll, die wie üblich immer wieder die Lesung musikalisch unterbrach. Diesmal waren es die stimmungsvollen Lieder und Tänze der 20er Jahre u.a. von F. Hollaender, W. Kollo und P. Lincke.

Neu hinzu kam die Begleitung des Sängers Simon Weinert, denn er las nicht nur sehr gut die Texte, sondern sang auch überzeugend u.a. die von Eisler vertonten Texte „Der Graben“ (Die Mutter verliert ihren Sohn im Krieg) und „Ideal und Wirklichkeit“ (Man bekommt nicht immer das, was man sich wünscht.)


Natürlich kam der Humor auch an diesem Abend nicht zu kurz, denn egal wie ernst es war, Tucholsky verstand es, alles humorvoll zu verpacken. Vielen Dank für diesen Abend, er wird uns in Erinnerung bleiben.
Marlis Krägel

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung dieser Website akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies.