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Es war ein Konzert der etwas anderen Art, das am 18.06.2026 in der Patronatskirche stattfand. Der Pianist des Abends war nämlich nicht nur „aus gutem Holz geschnitzt“ – er war tatsächlich aus Holz.
Mario, die charmant kurz geratene Marionette, wurde von Holger, Absolvent der Hochschule der Künste Berlin, mit einer Fingerfertigkeit geführt, die so mancher Klavierspieler gerne hätte.
Holger hatte nicht nur Mario, sondern auch dessen Mini-Konzertflügel selbst gebaut – ein Duo, das schon beim ersten Anblick ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Mit viel Witz führten die beiden durch das Programm „Die schönsten Melodien der letzten 200 Jahre“. Von „O Sole mio“ über „Granada“ bis „Over the Rainbow“ war alles dabei, was Herz und Ohr erfreute.
Gesungen wurden die Klassiker von Einat Ziv, genannt „Natti“. Die in Israel geborene Sopranistin, ausgebildet an der renommierten Jerusalem Academy of Music and Dance, hat bereits an der Israeli Opera Tel Aviv gesungen und tourt seit 2007 von Berlin aus durch die Welt. Und natürlich macht man auf so einer Reise gern Halt in der Patronatskirche – schließlich spricht sich Qualität herum.
Für die größten Lacher sorgten die humorvollen Einlagen. Natti bewies, dass man Rossinis „La Danza“ nicht nur singen, sondern dabei auch noch einen Hula-Hoop-Reifen elegant um die Hüfte kreisen lassen kann.
Mario wiederum zeigte, dass er Mozart und Duke Ellington beherrscht – aber sein Herz schlug eindeutig für den Flohwalzer. Als plötzlich einige Tasten „verstimmt“ waren, sprang Natti ein und ersetzte sie kurzerhand durch das Anschlagen eines Löffels an ein Glas. Und weil Mario unbedingt auch einmal singen wollte, gab es zum Vergnügen aller noch Rossinis „Katzenduett“, das das Publikum köstlich amüsierte.
Am Ende forderten die begeisterten Zuhörer eine Zugabe, die mit „Meine Lippen, die küssen so heiß“, noch einmal mit Nattis wundervollen Stimme die Patronatskirche füllte.
Die Künstler bedankten sich beim Publikum für die Welle der Sympathie, die sie durch den Abend trug. Zum Abschluss durfte das Publikum Mario und seinen kleinen Flügel aus der Nähe betrachten – und viele stellten fest: So viel Charme in so wenig Holz ist wirklich selten.
Marlis Krägel