Titel

Aus Leipzig kommend gab es für den sympathischen Akteur des heutigen Konzertabends zunächst zwei positive Überraschungen. Die Sakristei einer Kirche als Umkleideraum, dergleichen hat der Pianist auf seinen Konzertreisen, die ihn u.a. in den Nahen Osten, Afrika und Japan führten, noch nicht erlebt. Dazu gesellte sich noch der Konzertflügel Marke „Bösendorfer“, ein Instrument, welches in der Musikwelt einen herausragenden Namen hat.

Die in der Programmfolge vorgetragenen Eigenkompositionen entsprangen meist Alltagssituationen, die von Poetzsch mit gefühlvollem Tastenspiel in berührende Klangerlebnisse umgesetzt wurden. Sie sind von einen individuellen, in der musikalischen Ansprache und Artikulation sehr sensiblen Vortragsstil geprägt, bei dem die Zuhörer die Visionen des Komponisten miterleben können.

Ein abendlicher Spaziergang durch Tokio in farbige Töne gesetzt, die Schönes, Anregendes aber auch aufregende Situationen beschreiben, beflügelte die Fantasie der Zuhörer. Aber auch die in dem alten Sprichwort „Morgenstund` hat Gold im Mund“ oder abgewandelt „Die Morgenstunde ist die Freundin der Musen“ enthaltene Weisheit kann für Langschläfer, wie unser Gast bekannte, inspirierend sein. Eine während dieser Tageszeit entstandene Komposition, unbeschwert vom einsetzenden Alltagstrubel, spiegelte in seiner kompositorischen Gestaltung dieses Gefühl wieder.

Wer sich von diesem Musikstil inspirieren lässt, wird in einer Welt der politischen Turbulenzen und schrillen Töne, vielleicht auch etwas für die eigene Gefühlswelt mitnehmen.
Manfred Hentrich

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