Kultur in der Patronatskirche – „Sicherheit is nich“ Antje und Martin Schneider lesen Fontane

Was wäre wenn… Theodor Fontane Schulzendorf interessanter gefunden und die Patronatskirche bei seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ besucht hätte? Dann würde er gewiss von den Schätzen der Patronatskirche erzählen -vom Epitaph und den Wappentafeln, die damals schon in der Kirche hingen. Er kam leider nur bis Hankels Ablage (Zeuthen) und Königs Wusterhausen.
Am 14.März 2019 zeigten Martin und Antje Schneider (nun schon zum 7. Mal in der ABO-Reihe), dass sie einen Abend literarisch-musikalisch fesselnd und humorvoll aufbauen können. Angela Maria Stoll begleitete sie dabei mit romantischer Musik aus Fontanes Zeit und das Publikum amüsierte sich.


Warum gibt es eigentlich einen so enorm großen Briefwechsel mit seiner Frau Emilie? Nun, Fontane war kaum zu Hause, da seine journalistische und seine Tätigkeit als freischaffender Schriftsteller ihn durch ganz Deutschland führte. Auch in London war er und die fleißig englisch lernende Emilie freute sich vergebens auf den Umzug. Die heutige Abwesenheit durch ferne Arbeitsstellen, Montage u. ä. ist also doch, geschichtlich gesehen, nicht neu und auch nicht schön. Aber diesem Umstand verdanken wir die Briefe, die uns sehr persönliche Ansichten über alltägliche Dinge, Freunde, Bekannte, Kinder, Liebe, Treue, geschichtliche Ereignisse, Literatur, persönliche Empfindlichkeiten usw. aus der Mitte des 19. Jahrhunderts nahe bringen.


Die fast täglichen Briefe waren meist Briefpakete, denn Emilie schrieb, wie auch Jenny Marx es für Karl getan hatte, jedes Manuskript ab, ob Artikel oder ganze Bücher, wobei sie auch manchmal versuchte, leichte Kritik auszuüben. Theodor konterte dann: „Das Ende vom Lied ist immer, dass ich Unrecht habe“, schätzt aber seine schriftstellerische Leistung als „sehr gut“ ein und schreibt Emelie, dass er sich sogar den Schriftstellern seiner Zeit überlegen fühlen würde.
Immer hatte Emilie Angst um die finanzielle Lage der Familie, so dass Theodor ihr einmal ärgerlich zurück schrieb: “Sicherheit is nich“. Wie wahr ist doch dieser Spruch noch heute!


Für die Schulzendorfer jedenfalls war Theodor Fontane schon früher ein Begriff, denn sie benannten nach ihm eine Straße. Die Besucher dieses Abends werden wohl auch noch weitere Highlights wahrnehmen, die dieses Jubiläumsjahr zum 200. Geburtstag Theodor Fontanes zu bieten hat, denn interessant sind sie schon, die Fontanes.
Marlis Krägel